Woher kommt der Name Rolappe ?

Im Buch "Deutsches Namenlexikon" von Hans Bahlow finden wir unter "Rolappe" nur: niederdeutsch: roher, rauher Lappen bzw. Laffe. Alte Erwähnungen sind z. B.: Conr. Rolappe 1235, oder Evert Rolappen 1486.

In einem etymologischen Wörterbuch steht unter "Laffe": (15. Jahrhundert), vermutlich zu mhd. laffen = "lecken" --> siehe "Löffel"

Dort steht: Löffel: (Teil des Bestecks; 9. Jahrhundert) mhd. leffel, ahd. leffil, lepfil, altsächsisch lepil aus vordeutsch lapila  Instrumentalbildung zu lap = "lecken, schlürfen" in ahd. laffan, lapian

Sieht man sich Wörter labbern, läppern, schlabbern an, ist eine Ähnlichkeit mit dem "lappe(n)" in Rolappe durchaus ersichtlich. Unter "läppern" findet sich schließlich wieder: "schlürfen, verschütten". Läppern ist eine Iterativbildung zu mndd. lapen = "lecken, schlürfen"; Niederdeutsche Lautform oder ähnliche Variation wie bei Lappen.

Daher dachte ich zunächst, der ursprüngliche Namensträger der  Rolappe-Vorfahren könnte ein Gewerbe, bei welchem Löffel o. ä. eine Rolle spielten, ausgeübt haben. Da gibt es nämlich die sog. "Leppler", das waren Löffler, also diejenigen, die hölzerne Löffel schnitzten.

Als ich jedoch noch einmal das "Deutsches Namenlexikon" zu Rate zog, fand ich unter "Lapp(e)" eine bessere und wohl auch korrektere Erkärung für den Namen:

Lapp(e): mhd. lappe = "einfältiger Mensch, Laffe"; Beispiele: "Joh. v. Zimmern, genannt Lapp, um 1440 Württenberg."

Lappe-Namens-Komposita sind beispielsweise: Schwaderlapp (mhd. swaderer = "Schwätzer") und "Rolappe" (niederdeutsch, Rodelappe) meint genauso wie "Lappeschuch" den Lapper oder Flickschuster.

Beispiele: "mester Hermen de Lapper 1369 Lünebg."

Auch der Name "Lepper" dürfte den selben Ursprung haben: mnd. lepper = "Flickschuster", also jemand der Lappen aufsetzt. (Daher kommt dann auch der "Lappen".)

Wir stellen fest: Rolappes waren im 14. Jahrhundert Flickschuster, die mit dem rauhen Lappen (Lederlappen) Schuhe geflickt oder neue Schuhe hergestellt haben.

 

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